Ein harter, steiniger

und erfolgreicher Weg

 

Friedrich Dick, der junge Schustersohn aus Freiamt, begann seine Ausbildung in der Bäckerei Mellert, die ansässige Bäckerei im Dorf. Nachdem im 2. Weltkrieg sehr viel Hunger gelitten wurde, war für Friedrich klar, dass er nicht nochmals in solch eine Hungersnot kommen möchte. 1949 ging er auf Wanderschaft: Hüffingen, Weil am Rhein, Denzlingen... um nur einige der Etappen zu nennen, von denen er Rezepte sammelte und mit nach Hause brachte. Diese existieren zum Großteil heute noch. Um sein Können zu zeigen, erlangte er 1953 in Weinheim seinen Meistertitel im Bäckerhandwerk.

Als der junge Bäckermeister aus Freiamt in der Bäckerei Trenkle in Denzlingen halt machte, lernte er seine Ehefrau Rosemarie (geb. Bechtold) kennen und lieben. Rosemarie arbeitete in der Bäckerei als Lehrmädchen.

Eine eigene Bäckerei zu führen war das Ziel des frisch vermählten Paares. Als 1959 in der Rotlaubstraße in Freiburg ein Geschäft zur Pacht frei wurde, stand für sie fest dieses zu übernehmen.

 

1961 und 1964 wuchs das frisch vermählte Ehepaar zu einer Familie an. Mit Andrea, Michael und der kleinen Bäckerei war ihr Glück perfekt.

 

Altes Hauptgeschäft in der Hindenburgstraße

 

 

Als der Drang nach frischer Landluft immer größer wurde, erwarben Friedrich und Rosemarie Dick 1965 das Anwesen in Denzlingen in der Hindenburgstraße, an der Nahtstelle zwischen dem alten und neuen Denzlingen.

Mit sehr viel Fleiß und mit Hilfe der Familie wurden so manche Höhen, wie auch Tiefen gut überstanden. Das Café in der Hindenburgstraße war in Denzlingen über viele Jahre als täglicher Treffpunkt für den Denzlinger Kunstmaler Theodor Zeller bekannt.

 

 

Familie Dick in den 90ern

 

 

 

 

Der Generationswechsel 

 

Für Sohn Michael war schon von Kindesbeinen an klar, dass für ihn kein anderer Beruf in Frage kommt. Sein Lehrbetrieb war in Freiburg eine kleine, aber feine Bäckerei in der sein alter Lehrmeister ihm schon das Fingerspitzengefühl vermittelte das ihm später viel half.

Um sein Wissen zu festigen, zog es ihn, wie auch seinen Vater schon, auf Wanderschaft. Berlin und München waren für Michael nicht nur Städte, sondern auch Lehrstellen, die seinen Horizont erweiterten und an die er sich bis heute gerne zurück erinnert.

25. Jähriges der Handwerksbäckerei

 

 

1984 entschloss sich Michael den Meister des Bäckerhandwerks zu machen und wählte, wie auch sein Vater schon, die Bundesfachschule der Bäcker in Weinheim. Noch im selben Jahr schloss er die Prüfung mit Bravour ab.

 

 

Michael Dick

 

 

Um 1980 gab es in der Region Freiburg einen Mangel an Arbeitskräften und 1981 kam die Filiale im Neubaugebiet (Kauftreff) dazu. Diese Tatsache führte zum Einstieg des Sohnes Michael, der perfekte Augenblick um seinen Vater zu unterstützen.

Der frisch gebackene Bäckermeister lernte Mitte der 80er Jahre seine zukünftige Ehefrau Monika (geb. Jankus) kennen. Die gelernte Groß- und Einzelhandelskauffrau zu überreden, mit in die Bäckerei einzusteigen, war für Michael nicht der einfachste Weg, aber der Richtige.

1990 und 1992 kamen die zwei wundervollen Kinder; Stefan und Christian auf die Welt.

2001 war ein Jahr des Umbruchs, zuerst privat und dann auch geschäftlich. Bäckermeister Michael Dick war eine Woche im Kloster Springiersbach an der Mosel. Durch die Gespräche mit den Karmeliten - Mönchen war für ihn klar, dass er seine Bäckerei autark führen will. So wurden die Rezepte umgestellt auf traditionelle Rezepte, die noch unter anderem sein Vater von der Wanderschaft mitbrachte. Auch bei der beim Energieherstellung/verbrauch gab es nach und nach einen Umbruch. Der größte Teil wird jetzt aus erneuerbarer Energie bezogen, wie einer Holzpelletheizung, einer Photovoltaik-Anlage auf den Dächern und Öko-Strom.

2007 wurde der erste Verkaufswagen angeschafft, der auf dem Freiburg- Weingartner Wochenmarkt eingesetzt wird.

 

Christian Dick

 

 

Wie es die Tradition möchte, zog es Sohn Christian 2010 auch in die Bäckerei. Seine Ausbildung zum Bäcker schloss er in einer kleinen Freiburger Bäckerei ab. Die Lehrzeit durfte er verkürzen und wurde Kammerbester in seinem Jahrgang. Um sein Können zu festigen, zog es ihn in die eidgenössische Schweiz. In eine Bäckerei und Konditorei mit einem ausgezeichneten Ruf, die ein großes Sortiment an Confiserie Artikel besaß.

Christian wurde klar, dass er noch eine Ausbildung zum Konditor machen musste, welche er dann in der hauseigenen Konditorei eines der renommiertesten Hotels in Freiburg absolvierte. 2016 besuchte er - wie schon sein Opa und Vater in Weinheim die Meisterschule für das Bäckerhandwerk.